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Pressemeldung: Der Landesjugendring kritisiert die geplante Aussetzung des Deutschland-Tickets in den Sommerferien scharf – Junge Menschen dürfen nicht von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden
am 12.06.2026 - 09:46 Uhr
Gerade die Sommerferien sind für Kinder und Jugendliche die Zeit, in der sie Freizeitangebote, Ferienmaßnahmen, Jugendzentren, Sportvereine, kulturelle Veranstaltungen oder Freundinnen und Freunde außerhalb ihres unmittelbaren Wohnortes besuchen. Mit der Aussetzung des Deutschland-Tickets wird es den jungen Menschen erschwert unabhängig von ihren Eltern mobil zu sein.
Caja Stübenrath, Vorsitzende des Landesjugendringes Rheinland-Pfalz e. V., weist darauf hin: „Mobilität ist keine Freizeitvergünstigung, sondern eine grundlegende Voraussetzung für gleichberechtigte soziale Teilhabe. Für viele junge Menschen ist es die Voraussetzung, um überhaupt autonom an sozialen, kulturellen, bildungsbezogenen und demokratischen Angeboten teilnehmen zu können.“
Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche im ländlichen Raum. Während in größeren Städten häufig zahlreiche Angebote fußläufig oder mit kurzen Wegen erreichbar sind, sind junge Menschen in vielen Regionen in Rheinland-Pfalz auf Bus und Bahn angewiesen. Ohne ein gültiges Ticket werden zahlreiche Freizeit-, Bildungs- und Beteiligungsangebote faktisch unerreichbar – bei einem ohnehin schon unzureichend ausgebauten Nahverkehrsnetz.
Darüber hinaus hat die Regelung erhebliche soziale Auswirkungen. Für viele Familien sind zusätzliche Fahrkarten nicht oder nur schwer finanzierbar. „Die geplante Einschränkung trifft daher insbesondere Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Haushalten und verschärft soziale Ungleichheiten“, betont Caja Stübenrath.
Unverständnis herrscht ebenfalls darüber, dass die Regelungen zwischen den Regionen unterschiedlich gehandhabt werden. Während in der einen Region das Deutschland-Ticket über die Sommerferien ungültig wird, können Kinder und Jugendliche aus anderen Regionen dieses weiterhin kostenlos nutzen. „Es darf in Rheinland-Pfalz keine Zweiklassengesellschaft für Schülerinnen und Schüler in Bezug auf das Deutschland-Ticket im Sommer geben. Vertrauen in Politik wächst durch gute und faire Entscheidungen“, so Volker Steinberg, Vorsitzender des Landesjugendringes Rheinland-Pfalz e. V..
Die jetzige Regelung, dass Kinder und Jugendliche das Deutschland-Ticket nur kostenlos erhalten, sofern sie weit genug von der Schule weg wohnen, verkennt zudem die Relevanz sozialer Teilhabe für die soziale Entwicklung. Außerschulische Bildungsangebote, dazu gehören auch die Angebote von Kinder- und Jugendverbänden, tragen einen großen Teil zur sozialen und demokratischen Bildung junger Menschen bei. „Nicht umsonst werden Kinder- und Jugendorganisationen Werkstätten der Demokratie genannt“, ergänzt Volker Steinberg. Verfolgt das kostenlose Deutschland-Ticket das Ziel, dass alle Kinder und Jugendliche gleiche Bildungschancen haben, müsste es folgerichtig für alle Kinder und Jugendliche kostenlos sein – unabhängig vom Wohnort.
Der Landesjugendring Rheinland-Pfalz e. V. ist der Zusammenschluss von mehr als 20 Jugendverbänden in Rheinland-Pfalz. Gemeinsam erreichen wir ca. 200.000 Kinder und Jugendliche. Der Landesjugendring ist die Lobby für Kinder und Jugendliche in Politik und Gesellschaft.
Weitere Informationen unter www.ljr-rlp.de oder in der Geschäftsstelle des Landesjugendringes Rheinland-Pfalz e. V., Telefon: 0 61 31 - 96 02 00 oder info@ljr-rlp.de.
Eva Schröder
Bildungsreferentin, Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0 61 31 - 96 02 03, E-Mail: schroeder@ljr-rlp.de
